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31.07.2026

Newsletter 7/2026

Ausgabe Juli 2026

Liebe Leser:innen,

„Der Deutsche Mieterbund bekommt eine immer stärkere Bedeutung als Sozialverband“, sagte Ulrich Schneider, ehemals Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, im Rahmen der diesjährigen Bundesarbeitstagung in Fulda. Diese Tendenz kann ich bestätigen. Als ich vor fast 20 Jahren meine Arbeit in der Rechtsabteilung aufgenommen habe, verstand sich der Mieterverein als Institution, die ihre Mitglieder in mietrechtlichen Angelegenheiten berät. Das machen wir natürlich immer noch, sehen aber, dass wir zunehmend gesellschaftlich und politisch Partei ergreifen müssen im Interesse unserer Klientel, zu der alle Mieter:innen gehören.

Denn auch die „Gegenseite“, die Verbände der Wohnungswirtschaft, wird immer lauter und fordert Deregulierung, Abschaffung von Beschränkungen bei der Mieterhöhung und der Neuvermietung, obwohl schon jetzt so viele Haushalte am Anschlag ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit sind und sich fragen, wie lange sie ihre Wohnung noch bezahlen können. Zugleich sehen wir auch, dass das Beharren aller Seiten auf ihrem Standpunkt und den bisher erkämpften Rechten nicht den Weg aus der Wohnungskrise weisen wird. Wer ist bereit, seine Position zu räumen und den Weg freizumachen für Veränderung? Ich sage: Es müssen alle sein, und es darf nicht auf Kosten nur einer Gruppe gehen. Doch leider haben wir noch kein Gesprächsformat gefunden, innerhalb dessen ein Dialog hierüber beginnen kann. Warten wir ab! Mitte September findet in Erfurt der Juristentag statt. Ein Forum, auf dem es in diesem Jahr um Reformen des Mietrechts gehen soll. Vorschläge dazu wurden in einem viel beachteten Gutachten der Professoren Artz und Lehmann-Richter vorab veröffentlicht. Diese Vorschläge erschüttern die Vorstellungen, wie das Mietrecht sein sollte, sowohl der Vermieter- aus auch der Mieterfreunde bis ins Mark. Kein schlechter Anfang, würde ich sagen. Es kommt darauf an, was wir daraus machen.

Und doch bin ich überzeugt, dass mehr Polarisierung keine Lösung ist, auch wenn sie unsere Gesellschaft zunehmend prägt. Ich hoffe, dass sich dieser Trend bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nicht weiter verstärkt. Die Wähler:innen wünschen sich Lösungen für ihre Probleme, das verstehe ich. Sie hoffen auf Besserung, wenn sie „Alternativen“ wählen. Was die Wohnungskrise betrifft, werden sie aber gewiss enttäuscht werden. Wir haben es analysiert und auch eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat es erneut gezeigt: Die wohnungspolitischen Programme radikaler und rechter Parteien in ganz Europa würden die Wohnungskrise nicht lösen, sondern stattdessen verschärfen. Verlassen wir den Weg der Polarisierung und suchen wir Annäherung und Kompromiss!

Diesem Ziel widmen wir unsere Arbeit als Mieterverein – sowohl gesellschaftlich und politisch, als auch im Rahmen der mietrechtlichen Beratung unserer Mitglieder. Deshalb verstehen wir uns als Mieter-Sozialverband.

Lassen Sie sich nun wie immer mit diesem Newsletter über unsere Tätigkeit und die Entwicklung in Rechtsprechung und Wohnungspolitik informieren. Verschaffen Sie sich mit unserer Rubrik zur Pressearbeit einen Überblick über unser Wirken. Seien Sie eingeladen, uns und unsere Pressearbeit zu unterstützen, Feedback zu geben und natürlich auch unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn: Unser Rat zählt!

Ihr Dr. Rolf Bosse
Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg

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