Wohnungsnot in Hamburg verschärft sich weiter
Der Mieterverein zu Hamburg nimmt die heute im Auftrag des Verbändebündnisses „Soziales Wohnen“, dem auch der Deutsche Mieterbund angehört, veröffentlichte Studie des Pestel-Instituts mit großer Sorge zur Kenntnis. Die Untersuchung bestätigt, was sich für viele Hamburger Mieterinnen und Mieter seit Jahren im Alltag zuspitzt: Trotz im Bundesvergleich überdurchschnittlicher Anstrengungen im Wohnungsbau wächst der Wohnungsmangel weiter, bezahlbarer Wohnraum geht verloren und die soziale Schieflage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich. Gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum laut Studie zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor – und zu einem Risiko für das wirtschaftliche Wachstum der Stadt.
Die Studie zeigt, dass Hamburg weiterhin ein hohes Wohnungsdefizit aufweist. Immer mehr Menschen leben in überbelegten Wohnungen, während die Mietbelastung kontinuierlich steigt. Für viele Haushalte wird Wohnen zur existenziellen Belastung, weil ein immer größerer Teil des Einkommens für die Miete aufgewendet werden muss. Besonders problematisch ist dabei der anhaltende Verlust von Sozialwohnungen: In Hamburg fallen jährlich durchschnittlich fast 5.000 Wohnungen aus der Sozialbindung.
Zwar verfügt Hamburg mit einem Anteil von über zehn Prozent Sozialwohnungen am Gesamtbestand über eine im bundesweiten Vergleich starke Ausgangslage. Dieser Wert liegt deutlich über dem vom Pestel-Institut errechneten Durchschnitt, der sich aus der bundesweiten Zielmarke von zwei Millionen Sozialwohnungen bis 2035 ergibt. Doch selbst diese Zielmarke greift aus Sicht des Mietervereins zu kurz. Bundesweit hätten laut Studie rund 11 Millionen Mieterhaushalte – und damit etwa jeder zweite – Anspruch auf eine Sozialwohnung. Vor diesem Hintergrund ist die geforderte Verdoppelung des Sozialwohnungsbestands auf zwei Millionen Wohnungen bei weitem nicht ausreichend, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.
„Die Studie macht unmissverständlich klar: Hamburg hat viel getan, aber es reicht noch lange nicht“, erklärt Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. „Wenn jedes Jahr tausende Sozialwohnungen aus der Bindung fallen, laufen selbst große Neubauprogramme ins Leere. Wir brauchen nicht nur mehr Neubau, sondern vor allem dauerhaft bezahlbaren Wohnraum und eine deutlich stärkere soziale Bindung.“
Der Mieterverein zu Hamburg fordert Senat und Bund auf, den eingeschlagenen Weg konsequent zu verstärken. Dazu gehören der Schutz bestehender Sozialwohnungen, längere Bindungsfristen und eine deutliche Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus. Hamburg muss trotz relativer Erfolge weiter gegensteuern, um Verdrängung, Überbelegung und soziale Spaltung auf dem Wohnungsmarkt wirksam zu bekämpfen.
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