Mietenstopp-Solidaritätskundgebung in Hamburg
Am Samstag, den 7. Februar 2026, veranstaltete der Mieterverein zu Hamburg an der Reesendammbrücke am Jungfernstieg eine Kundgebung für bezahlbaren Wohnraum. Zeitgleich mit der bundesweiten Mietendemo des Bündnisses Mietenstopp in München wurde auf die auch in Hamburg dramatische Lage auf dem Wohnungsmarkt aufmerksam gemacht.
Rund 100 Teilnehmer:innen versammelten sich, um gegen rasant steigende Mieten, explodierende Nebenkosten, unerschwingliche Neuvertragsmieten sowie die zunehmende Bedrohung durch Eigenbedarfskündigungen und Verdrängung zu protestieren.
„Die Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist für viele Mieter:innen katastrophal“, sagte Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. „Auch wenn wir eine starke SAGA und viele Genossenschaften haben: Immer mehr Mieter:innen geraten an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit und leben mit der permanenten Angst, die Wohnung zu verlieren. Wohnen darf kein Luxusgut sein, es ist ein Menschenrecht!“
Aktuelle Zahlen untermauern die Situation: Die Mieten in Deutschland sind zum Jahresende 2025 vielerorts deutlich gestiegen. Nach dem Greix-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) lagen die Angebotsmieten im vierten Quartal 2025 im Schnitt um 4,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor – und stiegen damit doppelt so stark wie die allgemeine Inflation. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 verlangten Vermieter:innen in den 37 untersuchten Städten und Regionen rund ein Prozent mehr Miete. Gleichzeitig verschärfen sich die Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt: Bundesweit waren zuletzt 17 Prozent aller Mietangebote befristet und möbliert, in den acht größten Städten bereits fast ein Viertel. Grundlage des Index sind Angebotsdaten von mehr als 100 Immobilienplattformen und Maklerwebsites.
Die wichtigsten Forderungen der Münchner Mietendemo lauten:
- Die Mieten müssen runter! Die Mieten müssen auf ein Niveau abgesenkt werden, das sich alle Menschen leisten können. Keine Schlupflöcher mehr!
- Sozialwohnungen müssen bleiben. Schluss mit der befristeten Sozialbindung! Jede geförderte Wohnung muss dauerhaft öffentlich gebunden bleiben. Ohne Hintertür.
- Keine leistungslosen Gewinne mit Grund und Boden! Ein soziales Bodenrecht soll leistungslose Gewinne mit dem unvermehrbaren und existenziellen Gut „Grund und Boden“ abschöpfen und für die Allgemeinheit nutzen! Spekulation verhindern!
Die Kundgebung in Hamburg war Teil einer bundesweiten Aktion, bei der Mieter:innen aus zahlreichen Städten gemeinsam für wirksame politische Maßnahmen gegen die Wohnungsnot protestierten. Mehr Informationen zur Münchner Mietendemo und der Kampagne Mietenstopp gibt es auf mietenstopp.de und mietendemo-muenchen.de.
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