Kundgebung „Mieten runter, Zukunft rauf“
Mieterverein ruft zum Internationalen Mietertag am 5. Oktober auf – Bündnis Starker Sozialstaat unterstützt die Kundgebung
Bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung für Hamburgs Zukunft. Doch immer mehr Menschen können sich das Leben in der Stadt kaum noch leisten. Besonders deutlich zeigt sich das bei jungen Menschen, die am Beginn ihres Berufs- und Familienlebens stehen. Der Mieterverein zu Hamburg ruft deshalb am Internationalen Mietertag am Montag, 5. Oktober, um 18 Uhr auf der Reesendammbrücke zum Protest unter dem Motto „Mieten runter, Zukunft rauf“ auf.
Die Wohnungs- und Mietenkrise trifft junge Menschen besonders hart. Die Internationale Mietervereinigung (IUT) stellt zum Internationalen Mietertag in diesem Jahr deshalb bezahlbaren, stabilen und sicheren Wohnraum für junge Menschen in den Mittelpunkt. Ausbildungsvergütungen, BAföG und Einstiegsgehälter reichen vielerorts kaum noch für ein WG-Zimmer. Wer sich Hamburg nicht leisten kann, kommt gar nicht erst in die Stadt oder muss sie wieder verlassen. Damit verliert Hamburg Menschen, die in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur ebenso gebraucht werden wie in Vereinen und Nachbarschaften.
Auch junge Familien stehen vor der Frage, ob sie in Hamburg noch ausreichend bezahlbaren Wohnraum finden. Wer sich eine größere Wohnung nicht leisten kann, sieht sich gezwungen, die Stadt zu verlassen. Gleichzeitig wächst für viele Mieterinnen und Mieter das Risiko von Verdrängung und Wohnungslosigkeit. Hamburgs Ziel, die Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden, lässt sich aus Sicht des Mietervereins nur erreichen, wenn ausreichend bezahlbarer und dauerhaft gesicherter Wohnraum zur Verfügung steht.
Hohe Wohnkosten belasten nicht nur die einzelnen Haushalte, sondern die gesamte Stadt. Wer einen großen Teil seines Einkommens für die Miete aufbringen muss, hat weniger Geld für Café, Restaurant, Kultur oder den Einkauf im kleinen Geschäft. Damit wird der angespannte Mietmarkt auch zu einer Belastung für die lokale Wirtschaft und das vielfältige Stadtleben, das Hamburg bisher auszeichnet.
„Zukunft braucht junge Menschen. Zukunft braucht faire Mieten. Zukunft braucht ein Zuhause“, sagt Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. „Hamburg muss eine Stadt bleiben, in der Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen wohnen, arbeiten und sich eine Zukunft aufbauen können.“
Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sind dabei so vielfältig wie die Menschen, die von ihnen betroffen sind: Menschen mit niedrigen Einkommen kämpfen mit einer zu hohen Mietbelastung, ältere Menschen fürchten den Verlust ihrer langjährigen Wohnung, Menschen mit Behinderungen finden kaum geeigneten barrierearmen Wohnraum. Studierende und Auszubildende scheitern an den Kosten für ein WG-Zimmer, Familien finden keine bezahlbaren größeren Wohnungen und Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte erleben zusätzliche Hürden bei der Wohnungssuche. Hinzu kommen Verdrängung, Zweckentfremdung und die wachsende Gefahr, die eigene Wohnung ganz zu verlieren. „Hamburg darf die Menschen, die diese Stadt so lebenswert machen, nicht im Stich lassen. Sie alle haben ein bezahlbares und sicheres Zuhause verdient“, so Bosse.
Bei der Kundgebung zum Internationalen Mietertag werden Redner:innen unterschiedliche Perspektiven auf den Hamburger Wohnungsmarkt einbringen. Zum Abschluss tritt der Comedian Jean-Philippe Kindler auf.
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