Bundesweite Mietenstopp-Aktionstage 2026
Mieterverein zu Hamburg fordert Mietenstopp: „Ein Wochenlohn für die Miete ist genug“
Mit einer Kundgebung „Nein zum sozialen Kahlschlag“ am Speersort hat sich der Mieterverein zu Hamburg heute gemeinsam mit dem DGB Hamburg und weiteren Bündnispartner:innen an den bundesweiten Mietenstopp-Aktionstagen beteiligt. Unter dem Motto „Die Miete sprengt den Rahmen!“ fordern die Teilnehmenden einen bundesweiten Mietenstopp sowie eine Wohnungspolitik, die bezahlbaren Wohnraum wieder in den Mittelpunkt stellt. Organisiert werden die Aktionenstage von der Kampagne Mietenstopp.
In seiner Rede machte der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Dr. Rolf Bosse, deutlich, dass die steigenden Wohnkosten für immer mehr Menschen zur Existenzfrage werden. „Ein Wochenlohn für die Miete ist genug. Doch viele Hamburger:innen müssen inzwischen mehr als zwei Wochenlöhne aufbringen, nur um ihre Miete zu bezahlen. Deshalb fordern wir: Runter mit den Mieten, rauf mit den Löhnen“, sagte Bosse.
Die Entwicklung auf dem Hamburger Wohnungsmarkt verschärft sich seit Jahren. In den vergangenen zehn Jahren sind die Angebotsmieten in Hamburg um 54,2 Prozent gestiegen. Lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Jahr 2016 noch bei 10,49 Euro, beträgt er Anfang 2026 bereits 16,18 Euro (Quelle: empirica Preisdatenbank/VALUE Marktdaten). Für immer mehr Haushalte verschlingen die Wohnkosten einen immer größeren Anteil des Einkommens. Gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum knapper und die angekündigten Kürzungen bei sozialen Leistungen wie dem Wohngeld treffen insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Die Folge sind Existenzängste, Verdrängung aus den angestammten Quartieren und eine wachsende soziale Spaltung.
Mit scharfen Worten kritisierte Bosse die wohnungs- und sozialpolitischen Pläne der Bundesregierung: „Wer bei den Mieten wegschaut und gleichzeitig den Sozialstaat kürzt, betreibt ein ‚Weiter so‘, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet. Es ist genug da – aber der Reichtum ist falsch verteilt. Statt bei den Menschen zu kürzen, die auf Unterstützung angewiesen sind, müssen wir dafür sorgen, dass Wohnen wieder bezahlbar wird.“
Der Mieterverein zu Hamburg unterstützt deshalb die Forderungen des bundesweiten Mietenstopp-Bündnisses nach einem sofortigen Mietenstopp als erstem Schritt, um die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen. Darüber hinaus fordert das Bündnis einen massiven Ausbau des sozialen und dauerhaft preisgebundenen Wohnungsbaus, die Einführung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit sowie eine wirksame Mietpreisbremse und ein konsequentes Vorgehen gegen Mietwucher.
„Der Sozialstaat ist eine der größten Errungenschaften unserer Demokratie. Wer ihn abbaut und gleichzeitig zulässt, dass Menschen ihre Wohnung kaum noch bezahlen können, gefährdet den sozialen Frieden. Deshalb stehen wir heute gemeinsam mit vielen Bündnispartnern für einen Mietenstopp und gegen sozialen Kahlschlag“, erklärte Bosse.
Mit den bundesweiten Mietenstopp-Aktionstagen vom 3. bis 5. Juli machen Mieter:innen, Gewerkschaften und Sozialverbände auf die anhaltende Wohnungskrise aufmerksam. Der Mieterverein zu Hamburg sieht darin ein deutliches Signal an die neue Bundesregierung und den Hamburger Senat, endlich wirksame Maßnahmen gegen explodierende Mieten und den Abbau sozialer Sicherungssysteme zu ergreifen.
Weitere Informationen zur Kampagne Mietenstopp: www.mietenstopp.de.
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