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05.10.2026

200 Menschen fordern: „Mieten runter, Zukunft rauf“

Mieterverein zu Hamburg warnt vor zunehmender Wohnungsunsicherheit und appelliert an Senat und Bürgerschaft
Grafik mit zwei Figuren und der Aufschrift "Mieten runter, Zukunft rauf"

Rund 400 Menschen haben am Montagabend auf der Reesendammbrücke in Hamburg für bezahlbaren und sicheren Wohnraum demonstriert. Unter dem Motto „Mieten runter, Zukunft rauf“ hatte der Mieterverein zum Internationalen Mietertag aufgerufen. Auch Vertreter:innen der Hamburgischen Bürgerschaft nahmen teil.

Der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Dr. Rolf Bosse, machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass die Wohnungsnot zunehmend den sozialen Frieden in Hamburg gefährdet. Immer mehr Menschen treibt die Unsicherheit um, ob sie überhaupt noch eine Wohnung finden und sich diese künftig leisten können. Besonders betroffen seien Menschen mit niedrigen Einkommen, darunter Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger:innen. Angesichts dieser Entwicklung betonte Bosse, dass Hamburg eine Stadt für die Menschen bleiben müsse, die hier leben und mieten: „Diese Stadt gehört euch, sie gehört uns allen! Den Menschen, die in Hamburg leben und mieten. Und das sind fast 80 Prozent. Wir sind die Mehrheit, doch auf dem Wohnungsmarkt geht es viel zu oft nicht um uns, sondern um Rendite. Anders sind Mieten von über 20 Euro für den Quadratmeter kalt nicht zu erklären. Das kann sich doch niemand mehr leisten.“

Die Redner:innen beleuchteten unterschiedliche Aspekte der Wohnungs- und Mietenkrise. Steffen Marquardt von der DGB Jugend sprach über die Wohnsituation junger Auszubildender. Jonas Oreskovic vom AStA der Universität Hamburg schilderte die Schwierigkeiten von Studierenden, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Paul Ninus Naujoks von 4B TransSuchtHilfe machte auf die Bedeutung von sicherem Wohnraum für Menschen in schwierigen Lebenssituationen aufmerksam. Milena Thompson von Holsten 197 berichtete von der Räumung ihres Zuhauses in der Holstenstraße. Der jahrelang vernachlässigte Altbau musste wegen akuter Einsturzgefahr geräumt und teilweise abgerissen werden. Die Bewohner:innen fühlen sich vom Vermieter nicht ausreichend unterstützt und sehen ihn nun in der Pflicht, ihr Eigentum vollständig bergen zu lassen, das Gebäude zu sichern und zu schützen und einen Wiederaufbau zu ermöglichen. „Für uns geht es nicht um Wirtschaftlichkeit. Es geht um unser Zuhause. Um persönliche Erinnerungen. Um unsere Existenz. Und um Sicherheit. Aber man sieht: Hier prallen existenzielle Bedürfnisse auf ökonomische Interessen“, sagte Thompson.

Zum Abschluss der Kundgebung sorgte Jean-Philippe Kindler mit seinem Auftritt für zahlreiche Lacher. In seinem Beitrag setzte er sich pointiert mit dem Zusammenhang von Arbeit, Lohn und Wohnkosten auseinander: „Du arbeitest für Leute, die deine Arbeit nehmen und diese Arbeit zu Geld machen. Einen kleinen Teil des Geldes, welches sie mit deiner Arbeit verdienen, geben sie dir als Lohn. Mit dem größeren Teil, ihrem Gewinn, kaufen sie Wohnungen. Und um in ihren Wohnungen zu wohnen, gibst du ihnen dann noch 30 bis 50 Prozent deines Lohnes wieder zurück. Sorry, aber ich werde mich niemals daran gewöhnen können.“

Der Mieterverein zu Hamburg sieht in der großen Beteiligung an der Kundgebung ein deutliches Signal an die Hamburger Politik. Die Wohnungs- und Mietenkrise betreffe inzwischen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Studierende und Auszubildende hätten Schwierigkeiten, überhaupt ein bezahlbares WG-Zimmer zu finden, Familien könnten sich größere Wohnungen häufig nicht mehr leisten, gleichzeitig nähmen Verdrängung und das Risiko von Wohnungslosigkeit zu.

Dr. Rolf Bosse richtete einen eindringlichen Appell an den Senat und die demokratischen Parteien in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Tut mehr für bezahlbares und sicheres Wohnen! Baut mehr Sozialwohnungen! Nehmt die privaten Vermieter:innen in die Pflicht! Bekämpft den Mietwucher! Verhindert Zwangsräumungen! Sorgt dafür, dass ein Wochenlohn für die Miete reicht! Sorgt dafür, dass das unsere Stadt bleibt!“

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Pressekontakt

Pressetelefon (ausschließlich für Medienanfragen): 040 87979-333

Ansprechpartner: Dr. Rolf Bosse, 0162 1325110

Pressefotos: mieterverein-hamburg.de/pressekontakt/

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Mit 80.000 Mitgliedshaushalten Hamburgs größte Mieterorganisation
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