01.03.2021

OFFENER BRIEF: KORREKTE UND TRANSPARENTE ABRECHNUNGEN FÜR ALLE VONOVIA-MIETER/INNEN!

Mieterverein zu Hamburg und andere Mieterorganisiationen fordern Ende des „Systems Vonovia“

Ein breites Bündnis aus Mietervereinen und Initiativen fordert die Vonovia in einem offenen Brief auf, ihren bisherigen Umgang mit der Erstellung von Betriebs- und Heizkostenabrechnungen sowie von Mieterhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen aufzugeben.

„Seit langem haben wir Zweifel daran, dass die Abrechnungen der Vonovia korrekt sind. Wir haben festgestellt, dass die Vonovia in etlichen Fällen Leistungen, deren Kosten sie auf die Mieten umlegt, in Wirklichkeit nicht erbracht hat.“, erläutert Knut Unger, Sprecher des MieterInnnenverein Witten u. Umgebung e.V. und gemeinsam mit Dr. Rolf Bosse, Geschäftsführer des Mieterverein zu Hamburg, einer der beiden Sprecher des Bündnisses „Mieterorganisationen für bezahlbares Wohnen und transparente Abrechnungen bei der Vonovia“.

„Bei der Prüfung zahlreicher Abrechnungen mussten wir immer wieder Ungereimtheiten feststellen. Weder in formaler Hinsicht waren die Abrechnungen komplett nachvollziehbar, noch wurden die abgerechneten Kosten und Leistungen immer in tatsächlicher Hinsicht belegt.“, konstatiert Unger.

Sowohl bei den als Betriebskosten abgerechneten Leistungen als auch bei den Bauleistungen für Modernisierungsmaßnahmen setzt die Vonovia immer mehr auf konzernbeherrschte Tochterunternehmen, die ihre Gewinne an die Konzernholding abführen. Die konzernintern ausgestellten Rechnungen ermöglichen es der Vonovia, nicht offen gelegte Gewinnmargen und Managementkosten im Konzerngefüge zu verschieben und auf die Mieter abzuwälzen.

„Diese Methode ist nicht akzeptabel und unserer Meinung auch rechtlich unzulässig.“, stellt Bosse klar. „Vonovia muss ihr bisheriges System aufgeben und die von den Mietern zu Unrecht eingezogenen Beträge zurückzahlen.“

Den offenen Brief an die Vonovia unterstützen insgesamt 26 Mieterorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet. “Unser Ziel ist es, alle Mieter der Vonovia und die Öffentlichkeit für die bestehenden Probleme zu sensibilisieren und sowohl eine gesellschaftliche als auch eine Debatte mit der Vonovia selbst über ihre Zukunft und die der deutschen Immobilienwirtschaft anzustoßen“, so Unger.

In Hamburg und Umgebung bewirtschaftet die Vonovia rund 12.000 Wohnungen. Viele Bestände waren ursprünglich gemeinnützig errichtete Wohnungen für Arbeiter und Angestellte, etwa der Deutschen Bahn. Sie liegen im gesamten Stadtgebiet. Große zusammenhängende Bestände gibt es in Allermöhe, Eidelstedt, Fuhlsbüttel, Rissen, Steilshoop, Stellingen und Wilhelmsburg.

Durch Modernisierungs- und andere Maßnahmen hat die Vonovia die Mieten vieler Wohnungen in den vergangenen Jahren zum Teil um mehr als 50% erhöht. Dies schlägt sich auch auf den Mietenspiegel nieder, der unablässig steigt. Die Vonovia trägt damit zum Verlust günstigen Wohnraums insbesondere in diesen Stadtteilen, aber auch in ganz Hamburg, bei.

Im Hamburger Umland gibt es unter anderem Bestände in Buchholz, Buxtehude, Elmshorn, Neu Wulmstorf, Pinneberg, Seevetal und Tornesch.

Der Mieterverein zu Hamburg vertritt seit Jahren zahlreiche Mieterhaushalte gegenüber der Vonovia wegen unklarer Betriebskosten und intransparenter Mieterhöhungen nach Modernisierungen. Dabei konnte in vielen Fällen erhebliche Gutschriften durchgesetzt werden. Leider hat sich die Vonovia trotz zahlreicher Gespräche nicht bereitgefunden, eine flächendeckende Lösung für alle Mieter zu vereinbaren. Daher ist es nach wie vor notwendig, Korrekturen im Einzelfall durchzusetzen.

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