Tue Dec 05 14:11:38 CET 2017

Hamburger Mietenspiegel 2017: Trotz Mietpreisbremse starker Mietenanstieg um 5,2 Prozent!

Die Wohnungsmieten in Hamburg sind in den vergangenen zwei Jahren erneut drastisch gestiegen. Laut dem neuen Mietenspiegel 2017 kletterte die durchschnittliche Nettokaltmiete um 5,2 Prozent von 8,02 Euro im Jahr 2015 auf 8,44 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2017. Somit haben sich die Mieten fast drei Mal schneller als die Lebenshaltungskosten erhöht. Seit 2011 sind die Durchschnittsmieten von 7,15 Euro sogar um 18 Prozent gestiegen. Die zum 1. Juli 2015 eingeführte Mietpreisbremse konnte offenbar die erhoffte mietpreisdämpfende Wirkung nicht entfalten.  

 „Die hohen Mieten machen es nicht nur Geringverdienern, sondern auch Mieterhaushalten mit durchschnittlichem Einkommen besonders schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden“, sagt Siegmund Chychla, Vorsitzender des MIETERVEREIN ZU HAMBURG. Leider hat die Wohnungsbauoffensive mit rund 16.000 Einheiten im Erhebungszeitraum aufgrund des starken Bevölkerungswachstums von knapp 40.000 Personen nicht zur Entspannung des Wohnungsmarkts geführt.

Der Mieterverein zu Hamburg fordert deshalb den Senat auf,

  • im Rahmen des Bündnisses für das Wohnen alle Anstrengungen zu unternehmen, um endlich den Bau von jährlich 10.000 Wohnungen zu erreichen und in den Folgejahren zu verstätigen,
  • finanzielle Bedingungen zu schaffen, um den Rückgang des Sozialwohnungsbestandes zu unterbinden und nach Möglichkeit zu erhöhen,
  • durch den Erlass von weiteren sozialen Erhaltungs- und Umwandlungsverordnungen Mieterhaushalte vor einer Verdrängung zu schützen,
  • die für die Angemessenheit der Mieten bei Transferleistungsempfängern zu berücksichtigenden Miethöchstwerte den Werten des neuen Mietenspiegels unverzüglich anzupassen.

Der Mieterverein zu Hamburg erwartet weiter, dass der Senat auf Bundesebene seiner Verantwortung für die Mieterstadt Hamburg gerecht wird und sich einsetzt u. a. für

  • die gesetzlich erforderliche Verschärfung bei der Mietpreisbremse und der Mietpreisüberhöhung (§ 5 Wirtschaftsstrafgesetz),
  • die Berücksichtigung aller örtlichen Mieten bei der Erstellung des Mietenspiegels,
  • Reduzierung der bei Modernisierung zulässigen Mieterhöhung und
  • Schaffung der „Neuen Gemeinnützigkeit“ im Wohnungsbau, um preiswerte und bezahlbare Wohnraumversorgung dauerhaft zu sichern.

Bei dem neuen Hamburger Mietenspiegel 2017 handelt es sich um einen qualifizierten Mietenspiegel, der die aktuellen ortsüblichen Mieten mit dem Erhebungszeitpunkt 1. April 2017 in der Hansestadt wiedergibt. Der Mietenspiegel dient nicht nur als Begründungsmittel des Vermieters für eine Mieterhöhungsforderung, sondern auch als Kontroll- und Begrenzungsmittel des Mieters bei überzogenen Mieterhöhungsforderungen. In Hamburg gibt es einen Mietenspiegel seit 1976.

Der MIETERVEREIN ZU HAMBURG befürchtet, dass mit dem Erscheinen des Mietenspiegels bis zu 200.000 der insgesamt 720.000 Haushalte in Hamburg mit einer Mieterhöhung rechnen müssen. „Wir appellieren an alle Mieterinnen und Mieter in Hamburg, keine Mietererhöhung ungeprüft zu akzeptieren. Jede unberechtigte Mieterhöhung benachteiligt nicht nur den unmittelbar betroffenen Mieter, sondern führt auch dazu, dass die überhöhten Mieten die Grundlage des nächsten Mietenspiegels bilden und damit ursächlich für den starken Anstieg der ortsüblichen Miete in Hamburg sind“, so Chychla. Aufgrund von umfangreichen Änderungen bei den Wohnlagen ist die Prüfung von Mieterhöhungen in diesem Jahr besonders wichtig.

Der Online-Check zur Mieterhöhung des MIETERVEREIN ZU HAMBURG gibt einen ersten Hinweis darauf, ob die geforderte Mieterhöhung gerechtfertigt ist. Der Check steht allen Hamburger Mieterinnen und Mietern auf online-checks.mieterverein-hamburg.de kostenlos zur Verfügung. Hamburgs Mieterinnen und Mieter erhalten außerdem unter der Mieter-Hotline 040 / 8 79 79-345 allgemeine Auskünfte zu Mieterhöhungen und können sich auf unserer Webseite mieterverein-hamburg.de informieren.

 

Pressetelefon (ausschließlich für Medienanfragen): 040 / 8 79 79-333

Ansprechpartner:
Siegmund Chychla
040 / 8 79 79-200
0172 / 8 77 71 70

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