Vorsicht Falle! Streit um die Nebenkosten

Die meisten Mieter bekommen ein Mal jährlich eine Abrechnung über die Mietnebenkosten, zu denen bei zentral beheizten Wohnungen auch die Heizkostenabrechnung gehört. Wir nennen die wichtigsten Punkte, auf die man als Mieter/in achten sollte, um kein Geld zu verschenken.

  • Ist die Abrechnung rechtzeitig gekommen? Spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums muss sie dem Mieter vorliegen, sonst verfällt eine etwaige Nachforderung des Vermieters.
  • Umfasst die Abrechnung einen Zeitraum von 12 Monaten? Länger oder kürzer darf die Abrechnungsperiode nicht sein (außer in seltenen Ausnahmefällen).
  • Sind die einzelnen Kostenarten konkret benannt und mit ihren jeweiligen Gesamtkosten aufgeführt? Ungültig: „sonstige Betriebskosten“.
  • Sind nur Kostenarten aufgeführt, die in Ihrem Mietvertrag vereinbart wurden? Bei älteren Mietverträgen ist oft nur ein Teil der laut Gesetz umlagefähigen Kosten aufgeführt.
  • Sind nur gesetzlich zugelassene Kosten aufgeführt? Unzulässig sind z. B. Verwaltungskosten, Bankgebühren, Reparaturen. Passen Sie besonders auf, wenn Sie eine Eigentumswohnung gemietet haben!
  • Sind auffällige Kostensteigerungen eingetreten? Vergleichen Sie die neue Abrechnung mit der vom letzten Jahr!
  • Werden Kostenarten erstmals aufgeführt? Das ist nur in engen Grenzen erlaubt. Lassen Sie sich beraten!
  • Ist ein nachvollziehbarer Verteilerschlüssel angegeben? Mit seiner Hilfe wird der auf Ihre Wohnung entfallende Kostenanteil berechnet.
  • Sind Ihre Vorauszahlungen in richtiger Höhe verrechnet worden? Passen Sie besonders auf, wenn Sie im fraglichen Zeitraum wegen Wohnungsmängeln (Schäden) die Miete gemindert oder sonstige Kürzungen vorgenommen haben.
  • Scheuen Sie sich nicht, von Ihrem Recht auf Belegeinsicht Gebrauch zu machen. Als Mieter einer preisgebundenen („Sozial“-) Wohnung oder wenn der Vermieter auswärts sitzt bzw. kein Verwaltungsbüro vor Ort hat, können Sie Belegkopien verlangen.
  • Wenn in der Wohnanlage auch gewerblich genutzte Räume vorhanden sind, kann das zu höheren Kosten führen, z. B. bei der Grundsteuer und den Versicherungen. Hat der Vermieter entsprechende Abzüge gemacht?
  • Wenn der Hauswart auch für Reparaturen und Verwaltungstätigkeiten zuständig ist: Hat der Vermieter deren Kosten abgezogen?
  • Wenn Sie eine Heizkostenabrechnung vom Vermieter erhalten: Stimmt der Verteilerschlüssel mit dem des Vorjahres überein? Stimmen Ihre Verbrauchseinheiten?

Merke: Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs tendiert dazu, dem Vermieter die Abrechnung möglichst leicht zu machen. Das verleitet zum Mogeln! Deshalb prüfen Sie jede Abrechnung „auf Herz und Nieren“! Lassen Sie im Zweifelsfall Ihre Abrechnung durch den Mieterverein prüfen. Dessen Experten wissen, wo die Schwachstellen sind und wo gemogelt wird.

Weitere Infos finden Sie in der Ratgeber-Seite „Mietnebenkosten“.