Vonovia-Mieter vernetzen sich

Termine

Das nächste Vernetzungstreffen der Mieterinitiative Vonovia Hamburg findet statt am Donnerstag, 6. September 2018 von 17.50 bis 20 Uhr im Konferenzraum des Mietervereins zu Hamburg, Beim Strohhause 20, 20097 Hamburg, 5. Stock.

Vonovia gemeinsam die Stirn bieten!

Die Vonovia SE in der Rechtsform einer europäischen Aktiengesellschaft ist der größte Vermieter in Deutschland. Von ihren bundesweit rund 350.000 Wohnungen stehen etwa 12.000 in Hamburg. Im Januar 2018 hat das dubiose Geschäftsgebaren des Vermieters Vonovia zur Gründung der „Mieterinitiative Vonovia Hamburg“ geführt. Der Mieterverein zu Hamburg leistete Geburtshilfe.

Die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen des Immobilienkonzerns Vonovia sind in vollem Gang. In den nächsten Jahren werden sich zahlreiche Mieterinnen und Mieter dieses Unternehmens mit den daraus resultierenden Folgen auseinandersetzen müssen. Mietsteigerungen von bis zu 55 Prozent und die Zustände während der Baumaßnahmen sind nur einige der Probleme, die Vonovia-Mieter haben. Unklare Betriebskosten, verschleppte Mängelbeseitigung, verweigerte Mietminderung, eine Hotline, über die nur schwer jemand zu erreichen ist, sind weitere. Mieter der Immobilien-AG Vonovia sind der Geschäftspolitik dieses Unternehmens „hilflos“ ausgeliefert und müssen sich in jedem Einzelfall mithilfe des Mietervereins zu Hamburg zur Wehr setzen.

Das soll sich nun ändern.

Engagierte Mieterinnen und Mieter organisieren sich, um gemeinsam Lösungen für die strukturellen Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, zu erarbeiten und den öffentlichen Fokus auf die bestehenden Missstände zu lenken. Der Mieterverein zu Hamburg unterstützt die Bildung einer hamburgweiten Initiative interessierter Mieterinnen und Mieter der Vonovia. Bei den bisherigen Treffen gab es folgende Ergebnisse:

INFO: Vonovia

Der börsennotierte Immobilienkonzern Vonovia SE mit Sitz in Bochum ist 2015 aus dem Zusammenschluss der Deutschen Annington und der Gagfah entstanden. Mit derzeit über 350.000 Wohnungen - rund 12.000 davon in Hamburg - sowie einem Jahresumsatz in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr ist das Unternehmen der bundesweit größte private Vermieter. In Deutschland leben mehr als eine Million Menschen in Vonovia-Wohnungen.

Folgende Forderungen wurden im Rahmen der vergangenen Treffen formuliert:

  1. Keine Sanierungen / Instandhaltungen auf Kosten der Mieter. Vonovia saniert ihren seit Jahren vernachlässigten Wohnungsbestand, um diesen für immer höhere Mietforderungen zukunftsfähig zu machen. Sanierungsaufwendungen sind in der Miete enthalten und dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden.
  2. Komplette Offenlegung der Rechnungen für Modernisierung und Instandsetzung. Die Mieterinnen und Mieter haben den Verdacht, dass die Vonovia Erhaltungskosten in die Modernisierungsaufwendungen hineinrechnet, um die Mieter im Rahmen der Mieterhöhungen an den Erhaltungskosten zu beteiligen.
  3. Gesetzlich zulässige Mieterhöhungen nach Modernisierungen müssen sozialverträglich sein. Viele Mieterinnen und Mieter verfügen nicht über die Ressourcen, um die immer weiter steigenden Mietforderungen zu bedienen. Unabhängig von der rechtlichen Situation muss die Vonovia auch soziale Verantwortung übernehmen und Mieterhöhungen auf ein verträgliches Maß beschränken.
  4. Transparente Betriebskostenabrechnungen. Die Betriebskostenabrechnungen weisen oft Mängel auf, zudem werden Leistungen abgerechnet, die teilweise gar nicht und oft nur unzureichend erbracht werden (Winterdienst, Gartenpflege). Es liegt der Verdacht nahe, dass über die Betriebskosten erhebliche Konzerngewinne erwirtschaftet werden.
  5. Aufwertung der Wohnqualität durch einen mieterfreundlichen Service. Die Gagfah, von 2004 – 2015 im Besitz des US-amerikanischen Unternehmens Fortress, hatte nur kurzfristig angelegte Profitinteressen. Das Ergebnis: Ein total heruntergekommener Wohnungsbestand und eine in weiten Teilen vernachlässigte Sozialstruktur. Die Vonovia muss ihrer sozialen Verantwortung nachkommen.