20.05.2019

Rekordanstieg der Neuvertragsmieten in Hamburg

Die Wohnungsmieten in Hamburg steigen ungebremst weiter. Der Zuwachs erreicht 2019 mit 5,8 Prozent ein beängstigendes Ausmaß. Zu diesem Ergebnis kommt die heute in den Räumen des MIETERVEREIN ZU HAMBURG vorgestellte Wohnungsmarkt-Untersuchung der Schüler des Gymnasiums Ohmoor. Bei der Untersuchung konnten die Schüler erstmals auf das gesamte Wohnungsangebot des Immobilienportals Immowelt.de für den Monat März der Jahre 2018 und 2019 zurückgreifen. Während im Vorjahr noch Neuvertragsmieten von 12,51 Euro pro Quadratmeter verlangt wurden, waren es im März 2019 bereits 13,24 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten für die in Hamburg angebotenen Wohnungen sind danach innerhalb eines Jahres mehr als drei Mal so schnell gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten (1,3 Prozent, Quelle: Statistisches Bundesamt).   

„Die Untersuchung bestätigt unsere Annahme, dass der zu begrüßende Neubau in Hamburg von mehr als 10.000 Wohnungen allein kein wirksames Instrument ist, kurzfristig den dramatischen Anstieg der Mieten zu begrenzen. Ohne eine wirksame Deckelung der Mieten im Bestand muss ein Drittel der Hamburger Mieterhaushalte fürchten, in absehbarer Zeit die Mieten nicht mehr zahlen zu können. Es ist nur verständlich, wenn mittlerweile tausende Mieter auf die Straße gehen, um ihren Unmut über die hohen Mieten zu äußern und für radikale wohnungspolitische Forderungen, wie zum Beispiel Enteignungen, empfänglich werden“, sagt Siegmund Chychla, Vorsitzender des MIETERVEREIN ZU HAMBURG.

Obwohl zwischen 2011 und 2018 in Hamburg rund 56.000 Wohnungen gebaut wurden, fehlen aufgrund des Zuzugs von gut 130.000 Personen nach wie vor mehr als 30.000 bezahlbare Wohnungen. Der von den Schülern ermittelte durchschnittliche Mietpreis bei Neuanmietung von 13,24 Euro pro Quadratmeter liegt fast 60 Prozent über dem Durchschnittswert des aktuellen Hamburger Mietenspiegels von 8,44 Euro und beweist, dass die schlecht gemachte Mietpreisbremse nicht funktioniert.

Chychla fordert deshalb: „Die Zahl der neu gebauten Sozialwohnungen muss bei gleichzeitiger Verlängerung der Bindungsfristen auf 6.000 im Jahr verdoppelt werden! Hamburg soll auch endlich über den Bundesrat sein Gewicht dazu nutzen, den Zeitraum für die Ermittlung der Vergleichsmiete zu verlängern, die Mietpreisbremse praxistauglich zu machen und die längst überfällige Reform der Mietpreisüberhöhung nach Paragraf 5 des Wirtschaftsstrafgesetzes einzufordern.“

Für die Studie, die im Geographie-Kurs des Gymnasiums Ohmoor unter der Leitung der Lehrer Silke Drawert und Carl-Jürgen Bautsch erarbeitet und seit 1986 jedes Jahr vorgestellt wird, wurden insgesamt mehr als 5.000 Wohnungsinserate ausgewertet.

Besonders stark gestiegen sind die Mieten u.a. in diesen Stadtteilen: Duvenstedt (+26,6 Prozent), Sülldorf (+23,5 Prozent), Allermöhe (+23,1 Prozent), HafenCity (+20,2 Prozent) und Sternschanze (+17,7 Prozent).

Auch im Hamburger Umland verteuerte sich der Wohnraum nach der Untersuchung um 4,7 Prozent auf alarmierende 9,27 Euro pro Quadratmeter im Monat. Der Mietenanstieg in Hamburg schwappt somit verstärkt auch auf das Umland über.

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