06.11.2019

Millionenschäden durch falsche Betriebskosten

Nur Mieter, die sich wehren, erhalten Geld zurück!

Jedes Jahr erhalten die gut 720.000 Hamburger Mieterhaushalte eine Abrechnung über die Nebenkosten ihrer Wohnungen. Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbunds, enthält jede zweite Abrechnung Fehler. Oftmals geht es für die betroffenen Mieter um Kleinbeträge, teilweise liegen die Summen jedoch im vierstelligen Bereich, wie die Beispiele aus der Beratungspraxis des MIETERVEREIN ZU HAMBURG zeigen. Betriebskostenabrechnungen von Großvermietern wie der Saga Unternehmensgruppe, den Baugenossenschaften und der Vonovia SE enthalten ebenso Fehler, wie Abrechnungen von im Immobilienverband Deutschland IVD organisierten Hausverwaltern und Einzelvermietern.

„Nur Betroffene, die sich rechtzeitig wehren, erhalten das Geld zurück. Nach der geltenden Rechtsprechung verliert jeder Mieter seine Ansprüche, wenn er die Betriebskostenabrechnung nicht innerhalb von zwölf Monaten beanstandet. Das gilt leider auch für Nebenkosten, die laut Mietvertrag oder Gesetz nicht geschuldet werden“, warnt Siegmund Chychla, Vorsitzender des MIETERVEREIN ZU HAMBURG.

Jede dritte Rechtsberatung des MIETERVEREIN ZU HAMBURG hat die Abrechnung der Betriebskosten der 70.000 Mitglieder zum Thema. Aus diesem Grunde wurde 2019 erneut gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund ein Betriebskostenspiegel für Hamburg auf Grundlage der Abrechnungsdaten von 2017 erstellt. Der Betriebskostenspiegel bietet allen Hamburger Mietern die Möglichkeit, ihre Betriebs- und Heizkosten mit den durchschnittlichen Kosten in Hamburg zu vergleichen. So müssen Mieter aktuell für kalte Betriebskosten mit 2,00 Euro und für Heizkosten mit rund 1,10 Euro pro Quadratmeter rechnen. Dem heute veröffentlichten Betriebskostenspiegel für Hamburg liegen rund 352.000 Quadratmeter Wohnfläche zugrunde.

Eine Auswertung des interaktiven Online-Checks zum Thema Betriebskosten des MIETERVEREIN ZU HAMBURG hat ergeben, dass bei knapp 90 Prozent der in 2019 durchgeführten Prüfungen Auffälligkeiten festgestellt wurden. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Rechtsabteilung des Vereins muss befürchtet werden, dass Hamburgs Mieterhaushalte auch 2019 zu Unrecht mit bis zu 20 Millionen Euro belastet werden.

„Abrechnungsguthaben werden sehr oft durch zu hohe Vorauszahlungen verursacht und sind kein Beleg für eine fehlerfreie Nebenkostenabrechnung“, sagt Siegmund Chychla. „Auch die gesunkenen Energiekosten suggerieren die Richtigkeit der Abrechnung – ein fataler Irrtum! Mieter sollten stets ihre Nebenkostenabrechnungen zeitnah fachkundig prüfen lassen, um berechtigte Einwendungen erheben zu können“, rät Chychla im Hinblick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.

Hamburgs Mieterinnen und Mieter erhalten auf mieterverein-hamburg.de und unter der Telefonnummer
040 / 8 79 79-345 Informationen zu den wichtigsten Fragen rund um die Betriebskostenabrechnung. Mit dem kostenfreien interaktiven Betriebskosten-Check des MIETERVEREIN ZU HAMBURG auf
online-checks.mieterverein-hamburg.de können Mieter ihre Abrechnungen auf Plausibilität prüfen. Der neue Betriebskostenspiegel für Hamburg kann auf mieterverein-hamburg.de heruntergeladen werden.

Pressemitteilung zum Herunterladen

Pressetelefon (ausschließlich für Medienanfragen): 040 / 8 79 79-333

Ansprechpartner:

Siegmund Chychla
040 / 8 79 79-200, 0172 / 8 77 71 70

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