27.09.2022

Heizkostenpreise erneut stark gestiegen: Verbände fordern Energiepreisdeckel!

Der heute erschienene bundesweite Heizspiegel 2022 bringt – wie befürchtet – keine Entwarnung für Deutschlands Mieter- und Eigentümerhaushalte. Die Heizkosten sind im vergangenen Jahr durch die hohen Energiepreise erneut kräftig gestiegen. Für das laufende Jahr werden weitere drastische Preissteigerungen erwartet.

Basierend auf den Ergebnissen des Heizspiegels für Deutschland 2022 und des in Hamburg erfahrungsgemäß fünf Prozent höheren Energieverbrauchs wurde ein Hamburger Haushalt im Jahr 2021 für eine im Schnitt 70 Quadratmeter große Wohnung gegenüber 2020 mit Mehrkosten von 11 bis 51 Prozent belastet. Dabei mussten für ölbeheizte Wohnungen 992 Euro (+51 Prozent) aufgebracht werden. Mieter, die mit Erdgas heizen, zahlten 861 Euro (+20 Prozent), Fernwärmekunden 1013 Euro (+11 Prozent) im Jahr. Für das laufende Jahr 2022 sieht die Prognose noch düsterer aus: Vor allem mit Erdgas beheizte Wohnungen werden deutlich teurer – die Kosten steigen voraussichtlich um 67 Prozent. Beim Heizöl steigen die Kosten 2022 voraussichtlich um 53 Prozent, bei der Fernwärme um 8 Prozent.

Die explodierenden Heizkosten können sich nicht nur Geringverdiener, sondern zusehends auch Haushalte mit einem mittleren Einkommen nicht mehr leisten. Deshalb fordert der Mieterverein zu Hamburg gemeinsam mit dem Grundeigentümer-Verband Hamburg einen Energiepreisdeckel, der Hamburgs Mieter- und Eigentümerhaushalte entlastet.

„Wir müssen uns damit abfinden, dass Energie langfristig teurer bleiben wird als noch vor einem Jahr“, so Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. „Nicht akzeptabel ist aber, dass spekulative Preissteigerungen, die keine Rechtfertigung in höheren Gestehungskosten haben, von den Verbrauchern getragen werden sollen. Da muss ein Deckel drauf!“

„Da viele früher günstige Anbieter von Gas ihre Preise massiv erhöht haben, ist es für viele Eigentümer jetzt günstiger, in die früher so belächelte Grundversorgung zurückzukehren“, sagt Torsten Flomm, Vorsitzender des Grundeigentümer-Verbandes Hamburg. „Sonst können die erhöhten Vorauszahlungen, die der Vermieter ja bis zur Heizkostenabrechnung selbst zu tragen hat, den einen oder anderen in echte Zahlungsschwierigkeiten bringen.“

Der Heizspiegel 2022 wurde heute in Berlin von co2online und dem Deutschen Mieterbund veröffentlicht. Grundlage für den Heizspiegel sind über 192.000 Datensätze aus zentral beheizten Wohngebäuden in ganz Deutschland aus dem Jahr 2021. Er bietet Mietern und Eigentümern die Möglichkeit, ihren Heizenergieverbrauch sowie die Heizkosten zu vergleichen. Ein einfach zu ermittelnder Wert aus dem Verbrauch und der Wohnungsgröße hilft anhand einer Tabelle, den persönlichen Verbrauch einzustufen.

Die Heizspiegel-Broschüre ist ab Anfang Oktober in der Beratungsstelle des Mietervereins zu Hamburg, Beim Strohhause 20, 20097 Hamburg erhältlich und steht ab sofort unter mieterverein-hamburg.de zum Download bereit. Mithilfe des kostenlosen Heizkosten-Checks des Mietervereins zu Hamburg können Hamburgs Mieterinnen und Mieter auf online-checks.mieterverein-hamburg.de anhand der aktuellen Abrechnung überprüfen, ob die Energiekosten im Rahmen bleiben. Der Check basiert auf den Referenzwerten des Bundesweiten Heizspiegels. Mitglieder des Grundeigentümer-Verbandes erhalten Hilfe über die technischen Beratungssprechstunden (www.grundeigentuemerverband.de).

Pressemitteilung zum Herunterladen

Ansprechpartner Presse:

Torsten Flomm

0176 / 84019409
Pressefotos: www.grundeigentuemerverband.de/pressefotos

Dr. Rolf Bosse
0162 / 1325110
Pressefotos: mieterverein-hamburg.de/de/kontakt/pressekontakt

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