23.03.2012

Auswertung des Gymnasiums Ohmoor: Beängstigende Mietenentwicklung Hamburg

„€ 11,34 als Mittelwert bei den Neuvertragsmieten sind ein Hammer!“ so der Vorsitzender
des MIETERVEREIN ZU HAMBURG Dr. Eckard Pahlke. Das sind die höchsten Werte im
Mietenspiegel, die für Neubauwohnungen in bestehenden Mietverhältnissen verlangt werden
könnten. Bei Neuverträgen wird selbst in normalen Wohnlagen für Altbauten diese hohe
Miete verlangt. Es gibt keine Mietenbremse, es gilt nur der „entfesselte Markt“.

Der „nur“ fast zweiprozentige Mietenanstieg gegenüber dem Vorjahr ist nach Auffassung
des Mietervereins u.a. auf das schwindenden Zahlungsvermögen der Wohnungssuchenden
zurück zuführen. „Welche Familie kann z.B. für eine 80 qm große Wohnung einschließlich
Nebenkosten und Strom im Monat € 1.300 ausgeben, wenn von den 1,1 Millionen
Erwerbstätigen in Hamburg 50% weniger als € 1.300 netto im Monat verdienen? Die hohen
Neuvertragsmieten wirken für die überwiegende Zahl der Haushalte wie „wirtschaftliche
Zuzugssperren“ für Hamburg“, stellt Dr. Pahlke fest.

Alarmierend: Seit 2006 ist die Durchschnittsmiete von € 8,61 um fast 32 % auf € 11,34
gestiegen. Die Neuvertragsmieten sind in Hamburg somit dreimal so schnell gewachsen wie
der Verbraucherpreisindex, der im Vergleichszeitraum um 11% angestiegen ist. Es muss
dringend u.a. folgendes geschehen:

  • Durch verstärkten Bau von mindestens 8.000 Wohnungen jährlich, davon 2.000
    Sozialwohnungen, ist der Wohnungsknappheit zu begegnen. Das Unterangebot von
    bezahlbarem Wohnraum führt derzeit zu den hohen Marktmieten.
  • § 5 Wirtschaftsstrafgesetz (Neuvertragsmieten sollen die Mieten des Mietenspiegels
    um allenfalls 20 % überschreiten, nach Mieterbundforderung 10 %) ist wieder zu
    aktivieren (nach BGH-Rechtsprechung ist dieser wichtige Paragraf seit 2004 nicht
    mehr anwendbar).
  • Preisbindung der Mieten bei SAGA-GWG und Genossenschaften ist zu verlängern.