06.01.2022

Zahl der Baugenehmigungen bleibt stabil, Mieten steigen trotzdem weiter

In Hamburg soll jährlich der Bau von mindestens 10.000 Wohnungen genehmigt werden – so das Ziel des „Bündnisses für das Wohnen“, dem Senat, Wohnungswirtschaft und Bezirke angehören. Für 2021 ist dieses Ziel trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie erneut erreicht worden: Laut Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen wurden im vergangenen Jahr 10.207 neue Wohnungen genehmigt. Zum Vergleich: 2020 waren es 10.007 Baugenehmigungen, 2019, also vor der Pandemie, 12.715.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, beschreibt die aktuelle Lage im Baugewerbe als angespannt. „Die Baustoffpreise haben massiv angezogen, für manche Materialien bestehen Rohstoffknappheit und Lieferengpässe. Die Pandemie hat obendrein zu Verzögerungen in Planungsprozessen und Zurückhaltungen bei Investoren geführt“, so die Senatorin. Vor diesem Hintergrund lobt Dr. Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister, die Arbeit des Bündnisses für das Wohnen als Erfolgsmodell. „Gute und bezahlbare Wohnungen für alle Einkommensgruppen sind ein zentrales Ziel der Stadtentwicklungspolitik des Senats“, so der Bürgermeister.

Dr. Rolf Bosse, Geschäftsführer des Mietervereins zu Hamburg, begrüßt die positive Entwicklung, sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf auf dem Wohnungsmarkt angesichts der weiter drastisch steigenden Mieten. „Die reine Zahl der Baugenehmigungen führt nicht dazu, dass der Anstieg der Mieten gestoppt wird. Frei finanzierte Neubauwohnungen müssen günstiger angeboten werden. Vorschläge, wie das umgesetzt werden kann, liegen auf dem Tisch. Zugleich muss der Neubau geförderter Wohnungen verstärkt werden“, so Bosse. „Außerdem brauchen wir die von der SPD angekündigte Wohnwende im Hinblick auf die Bewirtschaftung und den Neubau und insbesondere eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit, die für bezahlbareren Neubau auch außerhalb des geförderten Bereichs sorgt.“ Auch ein bundesweiter Mietenstopp, den der Mieterverein zu Hamburg u.a. gemeinsam mit seinem Dachverband, dem Deutschen Mieterbund, fordert, würde die Mietpreisspirale aufhalten.