24.07.2019

Neue Studie: Hamburg baut noch immer zu wenig

Die Richtung stimmt, aber noch ist das Ziel nicht erreicht: Zwischen 2016 und 2018 konnte der Neubau in Hamburg den Bedarf an Wohnraum zu 86 Prozent decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Damit schneidet die Hansestadt im Bundesvergleich gar nicht schlecht ab. Bundesweit lag die Quote bei 71 Prozent.

Auch die Auswirkung des Wohnungsbaus auf den Anstieg der Mieten haben die Wissenschaftler untersucht. Die Höhe der Wohnraummieten soll danach stark von der Bautätigkeit beeinflusst werden. In Hamburg lag der Anstieg der Marktmieten laut IW bei 3,0 Prozent, in Berlin waren es 11,5 Prozent. Der Grund soll unter anderem darin liegen, dass in der Hauptstadt der Bedarf an benötigten Wohnungen nur zu 73 Prozent gedeckt werden konnte.

„Die Untersuchung zeigt, dass es trotz der 2018 in Hamburg mehr als 10.000 neugebauten Wohnungen für den Senat nach wie vor keinen Grund gibt, mit sich selbst zufrieden zu sein. Nur wenn in den nächsten Jahren die hohen Neubauzahlen insbesondere im bezahlbaren Segment gehalten werden können und eine wirksame Deckelung der Bestandsmieten erreicht wird, besteht die Hoffnung, dass sich der Wohnungsmarkt normalisiert“, sagt Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg.

Laut der Studie gibt es beim Wohnungsneubau einen auffälligen Unterschied zwischen Ballungsräumen und strukturschwachen Gebieten. In den sieben größten Städten Deutschlands werde zu wenig gebaut, während man auf dem Land zu viel baut. So spitzt sich die Wohnungsnot unter anderem in Berlin, München und Frankfurt weiter zu und gleichzeitig entsteht zum Beispiel in Landkreisen in Sachen-Anhalt und dem Saarland immer mehr Leerstand.  

Alle Ergebnisse im Einzelnen finden Sie auf der Webseite des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Dort können Sie auch die Rohdaten, auf denen die Untersuchung beruht, herunterladen.